Schwertkampf
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Die historischen Quellen
In den Fechtbüchern wird sowohl der waffenlose als auch
der bewaffnete
Zweikampf beschrieben. Bei letzterem kommen so unterschiedlichen
Waffen zum Einsatz wie Dolch, Schwert und Faustschild, langes
Messer (ein einschneidiges Schwert), Mordaxt, langes Schwert
oder Speer. Dabei unterscheidet man zwischen dem Roßfechten
und dem Zweikampf zu Fuß,
sowie
zwischen Harnischkampf und dem sogenannten Bloßfechten
ohne Rüstung.
Die
Schwerpunkte
bei Hammaborg
bilden
das Bloßfechten
mit dem zweihändig geführten
langen Schwert, Schwert & Schild,
mit dem langen
Messer und dem Säbel.
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Langes Schwert nach Liechtenauer
Johannes Liechtenauer war ein Fechtmeister, der im 14. Jahrhundert
lebte
und wirkte. Weitere biographische Angaben über ihn
sind
bedauerlicherweise nicht bekannt. Der erste Hinweis auf seine
Tätigkeit findet sich in einem Manuskript aus dem
Jahre
1389, der Handschrift 3227a des Germanischen Nationalmuseums
in Nürnberg. Liechtenauers Wirkung war so groß,
daß noch im Jahre 1570 Joachim Meyer in seiner »Gründtlichen
Beschreibung
der kunst des Fechtens« sich auf ihn beruft.
Nur wenige
Fechtbücher, die die Lehre Liechtenauers vermitteln,
haben die
Jahrhunderte überdauert. Die bekanntesten sind
die Manuskripte
von Sigmund
Ringeck,
Hans
von Speyer
sowie
der Codex
44 A 8,
der früher Peter von Danzig zugeschrieben
wurde. Sie
datieren
zwischen
1440
und 1492.
Hauptgrundlage
für
das Training
mit dem
langen
Schwert
bildet
bei Hammaborg
das Manuskript
44 A
8, das
unser
Trainingsleiter
Dierk
Hagedorn
neu transkribiert
und ins
Neuhochdeutsche übersetzt
hat.
Es steht
dem interessierten
Fechter in
unserem
Transkriptionsbereich
zur Verfügung.
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Schwert & Buckler nach I.33 und anderen Meistern
Der Kampf mit Schwert und Faustschild ist die traditionsreichste überlieferte
Waffenkunst.
Das älteste erhaltene Fechtbuch der Welt
ist das
aus Süddeutschland stammende Manuskript I.33 vom
Beginn
des 14. Jahrhunderts, das sich ausschließlich
dieser
Waffenkombination widmet. Auch spätere deutsche
Fechtmeister
wie Andre
Lignitzer, Paulus
Kal und Hans Talhoffer befaßten
sich mit dem Bucklerkampf.
Die Schriften Lignitzers liegen in unserem Archiv vor, ebenso die Lehren Paulus
Kals. Der Fechter und Sprachwissenschaftler Dieter Bachmann stellt seine Übersetzung
des I.33 online zur freien Verfügung. Näheres zum Faksimile eines
amerikanischen Verlages in unserer Literaturliste.
Die Interpretation des Manuskriptes I.33 stellt einen Schwerpunkt
unseres Trainings dar. Entsprechende Demonstrationen und Seminare
haben wir bereits auf vielen Veranstaltungen in Europa und USA
geleitet. |
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Langes Messer nach Johannes Lecküchner
Das lange Messer ist ein einhändig geführtes Schwert
mit nur einer scharfen Schneide. Der Klingenrücken ist
weitestgehend stumpf, nur ein kurzes Stück unterhalb der
Spitze ist geschliffen. Als Abwandlung eines bäuerlichen
oder handwerklichen Gebrauchsgegenstandes war es auch dem einfachen
Volk zugänglich und diente daher in schlichter Ausführung
kaum als Statussymbol.
Die wichtigste Quelle zum langen Messer entstand 1482: In
diesem
Jahr
vollendete
der Pfarrer Johannes Lecküchner
seine
durchgehend
bebilderte
und über 420 Seiten umfassende
Lehre
des Messerfechtens,
die Handschrift
Cgm 582. Das Manuskript ist eines der umfangreichsten
mittelalterlichen
Fechtbücher überhaupt,
und es
behandelt
ausschließlich den Zweikampf mit dem
langen
Messer.
Der Inhalt
steht dennoch eindeutig in der Tradition Johannes Liechtenauers:
Alle
Grundtechniken seiner Lehre des langen Schwertes finden ihre
Entsprechung in Lecküchners
Messer.
Die Kapitel
zum Entwaffnen
und Ringen sind jedoch deutlich ausführlicher,
außerdem sind Techniken enthalten,
die zweifelsfrei
als Kampfkunst-Darbietung
anzusehen
sind.
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Der Kampf mit dem Säbel - für Duell und Schlachtfeld
Das Besondere am Säbel ist das Gefäß, ein Teil seines Griffes. Es deckt die Hand des Fechters und ermöglicht auf diese Weise Techniken, die keine andere Waffe hervorbrachte. Weiterhin besonders ist die gekrümmte Klinge mit einer nur kurzen scharfen Schneide des ansonst stumpfen Klingenrückens. Die Krümmung des Säbels lässt diese Schärfe einfacher schneiden als es bei geraden Klingen der Fall ist.
Die dokumentierte Verwendung auf Schlachtfeldern wie auch zur Selbstverteidigung und als Duellwaffe macht das Training besonders interessant und umfangreich. Mit F. C. Christmanns »Theoretisch-praktischer Anleitung des Hau-Stossfechtens und des Schwadronhauens«" (1838) wird ein inhaltsreiches System angeboten, das im Training gelentlich Ergänzungen durch andere Werke wie Alfred Huttons »Cold Steel« (1889) oder John Musgrave Waites »Lessons in Sabre, Singlestick, &c.« (1880) erfährt. Da die Bücher der damaligen Zeit auch Aufschluss über Trainingsmethoden und sogar ein wenig über die Organisation einer Fechtschule geben, kommt das Training in etwa einer Ausbildung gleich.
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Zweikampf mit Schwert und Schild in Früh- und Hochmittelalter
Über historische früh- und hochmittelalterliche
Kampftechniken liegen keine den Fechtbüchern vergleichbare
Quellen vor. Aus diesem Grund können alle Rekonstruktionen
nur eine Annäherung darstellen. Ein sinnvoller Forschungsansatz
ist der Abgleich von zeitgenössischer Ikonografie mit
späterer Fechtliteratur. So behandeln insbesondere Talhoffer,
u.a. aber auch Di Grassi und Marozzo, Verfasser von Handschriften
des 15. und 16. Jahrhunderts, auch den Kampf mit Schwert und
großem Schild.
Ergänzt durch praktische Experimente mit Repliken früh-
und hochmittelalterlicher Bewaffnung, lassen sich mit dem entsprechenden
Kampfkunsthintergrund sehr wohl brauchbare Rückschlüsse
auf den bewaffneten Zweikampf vor 1300 ziehen. Das archäologische
Fundgut, insbesondere Beschädigungen an Waffen oder z.B.
Hiebspuren an Skelettfunden, wird und wurde nur selten im Hinblick
auf historische Kampftechniken untersucht. Unsere Rekonstruktionen
erlauben einen differenzierteren Blick auf entsprechende Funde.
Hammaborg konzentriert sich auf den Kampf mit dem großen,
flachen Rundschild, dem typischen Wikingerschild. |
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Roßfechten – Kampf- und Reitkunst zugleich
Die alten Schriften, die sich mit dem Roßfechten beschäftigten,
geben
leider
kaum
Auskunft über die Handhabung und Ausbildung
des Pferdes.
Im Gegensatz
zur Kampfkunst
hat die
Reitkunst
jedoch
nie ein
totales
Absterben
erfahren
müssen.
Institutionen
wie die
Spanische
Hofreitschule
gelten
als wichtige
Erbträger
unserer
Reitkultur.
Dennoch
sind
alle
Reitakademien
und so
gut wie
alle
schriftlich überlieferten
Dokumente
erst
dann
entstanden,
als das
Reiten
auf dem
Schlachtfeld
und im
Zweikampf
nicht
mehr
praktiziert
wurde.
Mehrere Fechtmeister
zeigen
in ihren
Fechtbüchern
Roßgefechtstechniken, die sich auffällig ähneln.
Bei der
ersten
Betrachtung
der Abbildungen
entsteht
für
einen
nicht
reitenden
Fechter
der Eindruck,
die Techniken
seien
zwar
möglicherweise brachial,
aber
generell
kinderleicht.
Wer jedoch
einmal
versucht
hat,
auf einem
Pferd
auch
nur einen
Angriff
sauber
auszuführen
ohne
dabei
selbst
getroffen
zu werden,
versteht,
warum
die Techniken
so banal
gehalten
wurden.
Ein Pferd
zu steuern
und gleichzeitig
zu einem
bestimmten
Zeitpunkt
ein Ziel
punktgenau
treffen
zu können,
erfordert
ein Höchstmaß
an Technik,
Timing
und Feingefühl.
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