Transkriptionen | Glasgow: E.1939.65.341 | Gefechte anderer Meister

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27r

Hie hebt sich an ettlicher maistern gefechte Andres Juden Jobs von der Nyssen Nicklass prewsñ Hans pfaffen Döbringers

 

Ist hie yndert ein degen
der sich darzu~ welle wegen
Zu lerñ mit dem schwerte
Vnd sich auch daran kerte
Wan es ist ein hofflich spill
vnd hat lust vnd freidñ vil
Vor ritterñ vnd vor knechtñ
ist das er vicht gerechte
So wil ich im gebñ drew ratte
die sol er haltñ statte
Der erst rat ist auch gu~et
wer do ficht mit geringem [»ge« ist oberhalb der Zeile nachgetragen] mu~et
Witzigklich on allen Zorñ
der vechter wirt stlm~ verlorñ
ficht er anderst nach der lere
Er gesicht ymermere
Der ander rat ist das
den wil ich nu~ sag baß
das kain man zu~ ku~en sol sein
wan das selbig fechtñ bringet pein
der vier oder sechs schlagñ wil
der nymet offt schadñ vill
wan im wirt vil offt ein schlag
den er nit ab/wischen mag
den mu~ß er im nu~ haben

Schandt spot vnd auch den schaden
Wan die selben nar°lein
wollñ ia die besten sein
Es ist nit rechte ku~nheit
Sunder ein grosse narrheit
der vier oder sechs wil bestan
wirt im icht das mu~eß er im han
Sam er ims gekauffet hette
es wer vil pesser im eine~ bette
die weil gesu~echt vnd gelegñ
dan solicher grosser torhait pflegen
Es kumbt offt das ein man
vier oder sechs muß beston
thu~et er dan ritterlich
Oder kumbt von in witzigklich
der mag wol alle mal beston
recht vor aine~ ku~neg man
Doch horet alle offenwar
gentzlich on alle gfar
freydanck der klu~ge man
Spricht das on allen wan
der ist genandt ein ku~ner man
der seinen gleich thor bestan
den wil ich preyssen an aller stat
ritterlich one missetat
von fu~rsten vnd ku~eñ freÿ
das er ein rechter degen sey

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27v

[links oben in Bleistift: 85]

Den drittñ rat will ich dir gebñ
den soldu von mir auff nemen
du solst nit darumb lerñ fechtñ
das du einem zu vngerechtem
mit deiner kunst wellest õberlegen
in solicher weiß soltu~ nit pflegñ
fechtens mit einem fremden man
es trett dich dan erhafftig nott an
mit deiner kunst vmb sunst nÿmat dringñ
wildu das dir soll gelingen
In allem gefechtñ so rat ich dir
verlaß dich auff die kunst nit zu~ ser°
vnd hab den õbristñ rechtñ vecht~ vor augen
das er dich beÿ deiner kunst nit plage
vnd vbe dein kunst in nõttñ in rechtigkait
vnd nicht vmbsunst oder in nar°hait
Somagst du alle mal bestan
vor aine~ fecht~ als ain gutt~ gerecht~ man
Wan daru~b ist er doch fechtñ
das man es sol vben in rechtem

Vnd in warre° guett~ hubsichait
wen es pringt gelenckhait list vñ klu~g[der Rest der Zeile verschwindet im Bund]
vnd kumb offt das auch ein man
Eine~ vmb err gu~tt leib mu~ß bestan
Gesigter den mit seiner° kunst ritterlich
Mit got vnd mit rechte das lob ich
Telos

Hie merck vnd wisse / das ich diesser maisterñ fechtñ vndter[?] lasse / daru~b das man sÿ gar vnd auch gerecht in liechñawffers kunst vnd fechtñ vor hat nach warhafftiger ku~nst / Doch durch vbunge vnd schu~lfchtens willñ Wil ich etzliche Stück vnd gsetze irs fechtns mit schlechter vnd kurtzer rede schreibñ

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28r

Das ist von der Eysnen pforttn

 

Hie gett nun an mit rechte
das aller peste fechte
das die vorgenanttñ maister habñ
das wil ich dir nu~n sagen
Die eysne~ pfort ist es gewandt
vnd wirt dir offenwar zu~ handt
Ist das dü pist besessen
Mit vier oder sechs pawrñ gar v~messñ
Setz vor wellñ fu~ß du~ wild
Mit der pfortñ mach dir ein schild
Dein ort auff die erd lege
Nu~ hõre wes du dan solst pflege~
darnach du~ dich ia solst richtñ
das sy gar vor deine~ gesichte
sten: vnd kaine~ dir kum hindtñ zu~
Nu~ hõr wie du~ solst thu~n
Waß auff dich hawe~ oder stechen
das solstw mit ab setzen schwechñ
Starck auff von der erdñ
So magstu~ sÿ wol beschemen
vnd solst mit deine~ pfabenzagel auff sÿ treibñ
So mag kainer vor dir wol beleibñ
Haw vnderin weitfechtñ mit paraten
mit wechshewen haw zu~ dratte
Vnd mit der krawt hacken
magstu~ sÿ wol zwacken

Doch ratte ich sunderwan
kainem gar gleich off der ban
du mit nichte solt pleibñ stan
wil du nit sein ein verlorner man
Sunder welcher su der selbñ frist
kainer dir an deine ende ist
Zu~ deiner lincken seÿttñ
kem einer dem solstu~ pald streittñ
vnd im gebñ ain schlag
den Er nicht ablecken mag
vnd ob Sÿ wider kemen dar
kain dir alle als vor
Den anderñ ia du solst abzelñ
So mag dirs nit wol velln
du schlechst aine~ vor de~ ander nach
Nur las dir nit sein zu gach
Mit einander auff sy gar
So bestestu~ wol on alle varr
doch als du vor hast vernumen
Wie in der vor red dar ist kumen
das es hart die leng mochte stan
vier oder sechs die gesichtem aine~ an
daru~b wil ich nu rattñ dir
wil du anderst volgñ mir
Also als du ir zu~ deme am ende
Springest vnd hurtest one misswende

 

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28v

Ee dañe sich die andern gar
Weder kain dir kerñ als vor
So magstu wol mercken vnd achtñ
ob du~ mit kainerlaÿ sachen
von in mõchst kume~ on schadñ
So spring künlich võ in als ich sage
Wan es ist nit schadñ oder vneer
zu~ flichen vier sechs oder meer
Wen du~ dan beginnest
zu lauffen vnd von in springest
So wirff dein schwert die twere
hindtñ vber dein hawbt sere

Vnd lauff waß du~ gelauffe~ magst
welchr° dir dan am nãchstñ nach iagt
das dich duncket er sÿ dir nu~ na
So spring beseitz auß dem weg da
So lauff er dir so gswinde nach
wan auff dich so ist im iach
das er sich nit mag haltñ wider
So schlechts du in nach wu~nsch darnÿder
Finis

 

Die naterzu~ngen od~ auß dem ortt

Ein gefechte haisset die naterzungen / vnd kumb auß dem du~rchwechsl / das ainer in dem ortt stet / vnd thue sam~e er welle durchwechsl / also fert er im mit baidñ õrtñ zu~ paidñ seyttñ / vber dã gehu~ltz ein / mit drewen stichen / also das er im im~er trew°dt mit dem ortt / vnd ine also ire macht / das er nicht weiß wo er im zu wil / wen dan diesser sicht / wo er in am gewisten gehaben mag / do fert er im ein / mit dem ort / mit aine~ volku~mlichen stich / vnd das mu~ß gar frisch dar geen das ers ÿnnert nicht weret /

Die krawthacke /

Ein gefechte haisset die krawthacke / vnd kumb auß der eysnen pfortñ / mit dem orte von der erdñ gleich auff zum manne / vnd wider nyder / vnd ist gar starck / wer es recht

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29r

treibt mit schreittñ gleich vorñ zu~ mit yetzlichem auff farñ ain schrit gethon

Der weckemaister

Ein gefechte haisset der weckemaister / vnd kum auß dem vndtern hengen / zu der lincken seÿttn mit ort droen noch dem absetzen / vnd es mag auch wol auß der pfortñ genandt wordñ / also als es sich mit dem orte gen aine~ stellet /

Der pfabenzagel

Ein gefechte haisset der pfabenzagel vnd ku~mb auß dem orte / vnd geet mit dem orte vmb ains schwerte / oder sunst ainem vor den augen sam ein rad oder zirckl gleich vmb / So lang piß er sicht wo hin er hawen sol oder mag

Ain ander gu~et Stu~ck

Ain stuck / kumb auch auß dem durch wechsl / das ainer drot mit ainem obernhaw° von der rechtñ seÿtñ / vnd durchwechslt ztu der lincken seÿtn / mit aine~ guettñ außschrit / vnd pring damit ain andern obeñhaw / der da gleich zu dem man zu gee / vnd vorñ treff zu der schaitl / oder die wer vor dem gesichte / oder thu~e sam [Wort am Seiteninnenrand nachgetragen] Er ein oberhaw welle thain von der rechtñ seyttñ / vnd thue ein stu~rtzhaw zu der selbeñ seyttñ / vnd ku~m zu der linckñ seyttn vndter seinem schwert hervmb / mit aine~ auß schrit zu der selben seÿttñ

Die drey hewe

Ein gefechte haisset die drew hew° / vnd das ist ain vndterhaw° von der rechtñ seÿttn / vnd ain vndterhaw von der linckñ seÿttñ starck auff an an sein schwert / mit absetzen / den drittñ haw° dan gleich zu der schaittl nider / der do treffe /

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29v

Die schranckhu~et

Ein gefechte haist die schranckhu~et / das kumb auß dem orte / also das du dein ort legst auff die erdñ zu welcher seytñ du wild / vnd stellest dich domit zu absetzen / Oder es mag auch genandt werdñ auß der pfortñ / wan ainer gleich das ortt fu~r sich nÿder stellt auff die erdñ / vnd von wan dan ainer auff dich hawt oder sticht / So laß er im~e sein ort des swerts mit dem als er gen im auff fert mit dem absetzñ / vnd schalg [!] in vndtñ zu den fuessen / oder oben gleich zu / wo er in am nãchstn dreffen mag / vnd das ist auch ettwaß dem zaglpfabñ gleich wen ainer von ferñ also auff fert / vnd wider nider schlag vndtñ oder obñ / wo er nu~ treffen mag /

Wildu~ waidenlich zu ainem geen im schu~lfechtñ So du [»du« oberhalb der Zeile nachgetragen] schimpf vnd hubschait treiben wilts

So schu~t zu dem erstñ dein schwert mu~tigklich / vnd fall zu hant in die schranckhu~et / tzu baidñ seÿttñ / vnd suech die leger waidenlich / von ainer slÿtñ [!] zu der anderñ mit schreitñ / Darnach ku~mb in die vndterhengen / auch zu baidñ seytñ mit schreÿtñ / darnach kumb in die oberhengeñ zu paidñ seytñ mit schreitñ / Darnach kumb in die twerhãw zu baidñ seytñ mit schreitñ / also wan du der egenantñ fechtñ ains fu~rest zu~ ainer seÿtñ / das du damit schreitest / fu~rest du es zu der linckñ slÿtñ [!] so setz den rechtñ fueß vor / et eg~. Vnd das volpring als e du zu im ku~mbst / als vndterwegñ / Wen du dan zu ime kumbst So treib dan ettwaß das zu dem schimpf tau~glich ist

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30r – 34v

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35r

[Abbildung eines bärtigen Mannes auf einem Lehnstuhl oder Thron mit einem an der Schulter aufliegenden Schwert in der rechten Hand.]

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