62r
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Merck das ist auch ein leer wie du mit kemphlicher wer solt
wartten mordt agst vnd hellebartten das ist auch zu dem kampff
gericht schleg stöß ringen
macht zu° nicht ~
Das ist auch der text
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Dies ist eine weitere Lektion, wie du dich der Waffen für den Gerichtskampf
bedienen sollst, nämlich der Mordaxt und der Hellebarde. Auch dies gehört
zum Gerichtszweikampf: Schläge, Stöße, Ringen vereiteln.
Dies ist nun der Text
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62v
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Merck hastu ein mordtagst oder hellebarten in der hand vnd
er auch ein so halt sy vor dir zwergß uff dinen beinen
das der linck fuß vor stee vnd der spicz yn das gesicht
[»yn das gesicht« ist oberhalb der Zeile nachgetragen.]
schlecht er den uff dich von oben oder furt ein stich so var
mit diner versaczüng vnd arbeit auch als du wol weist
mit dem hudß end
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Hast du eine Mordaxt oder Hellebarde in der Hand und er ebenfalls,
so halt sie quer vor die auf den Beinen, so daß der linke
Fuß vorsteht und die Spitze ins Gesicht zeigt. Schlägt
er dann von oben zu dir oder führt er einen Stich, so
fahr mit deiner Versatzung [hoch?]. Greif dann, wie du genau
weißt, mit dem Stoßende (?) an.
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63r
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Aber ein stück schlecht er dir hoch zu° dem koph
so far hoch uff gewapnet vnd versecz ym dem schlag wil er ansich
ryssen den schlag oder spycz solt ym in das gesicht wÿssen
mag dir das nit gelingen so vnder lauff ÿn recht mit ringen
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Ein weiteres Stück: Schlägt er dir hoch zum Kopf,
fahr mit gewappneter Hand hoch, und versetz ihm den Schlag.
Will er zu sich reißen, sollst du ihm den Schlag oder
die Spitze ins Gesicht leiten. Gelingt dir dies nicht, unterlauf
ihn angemessen mit Ringen.
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63v
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Aber ein stück steestu indem vndern stand vnd er in
dem obern vnd furt ein geschwinden streich uff dich so drÿtt
mit dinem rechten fuß für vnd mit dem hindern ortth
lauff ÿm von vnden uff vnd verfach den schlag wind ym
das platt diner hellenbarten fornen and den hals vnd wurff ÿn
uber das linck bein vnd arbeit ym nach dem gesicht das ist
ein endt stück
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Ein weiteres Stück: Stehst du im unteren Stand und er
im oberen und führt er einen schnellen Streich zu dir,
so tritt mit deinem rechten Fuß vor. Geh mit dem hinteren
Ort rasch von unten hoch, und fang den Schlag. Winde ihm das
Blatt deiner Hellebarde vorn an den Hals, und wirf ihn über
das linke Bein. Greif ihn im Gesicht an. Dies ist ein Stück,
das ein Ende macht.
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64r
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Merck das stück ist schlecht und gerecht hastü ein
hellenbarten vnd er einen vnd stet gegen dir mit gezogner wer
vnd wil uff dich schlagen so ste geschmügt mit diner hellenbarten
an dem lyb er schlach oben oder vnden so versecz ym den schlag
vnd uber wurff ym sin hellenbarten hinweg mit der din oder
stich ym nach dem gesicht das ist güt
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Dieses Stück ist schlicht und einfach: Hast du eine
Hellebarde und er ebenfalls und steht er mit gezogener Waffe
dir entgegen, um dich zu schlagen, so steh mit an den Körper
gedrückter Hellebarde. Schlägt er oben oder unten,
versetz ihm den Schlag und schleuder ihm seine Hellebarde mit
der deinen weg, oder stich ihm zum Gesicht; das ist gut.
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64v
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Aber ein stück wil er dich werffen uber den lincken
füß vnd hãt dir die strytt agst anden hals
geleit so far ym hinder sin ellebogen mit diner hellenbarten
das das vnder end uber sich küm vnd stoß ym oben
von dir so werstu ym den wurff
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Ein weiteres Stück: Will er dich über den linken
Fuß werden und hat er dir die Streitaxt an den Hals gelegt,
so fahr ihm mit deiner Hellebarde hinter seinen Ellenbogen,
so daß das untere Ende nach oben kommt. Stoß ihn
oben von dir. So verwehrst du ihm den Wurf.
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65r
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Merck das ist der besten stück eins sunder mit den hellenbarten
wen ir beid gegen einander stond vnd keiner wil vor schlagen
so fach an mit eim grossen streich geet er dan uff mit der
vorsaczung so ve~zugk den streich vnd stoß ym zu° dem
lyb oder gesicht das kan er nit wol brechen vnd ist güt
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Dies ist eins der allerbesten Stücke mit der Hellebarde:
Wenn ihr beide voreinander steht und keiner im »Vor« schlagen
will, fang mit einem gewaltigen Streich an. Geht er dann mit
der Versatzung hoch, verzuck den Streich, und stoß ihm
zum Körper oder zum Gesicht. Dies kann er nicht gut brechen;
und es ist wirkungsvoll.
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