Transkriptionen | Peter von Danzig

Peter von Danzig

Aktuelle Buchveröffentlichung

Im Oktober 2008 erscheint ein von mir herausgegebener Band mit kompletter Transkription und Übersetzung ins Neuhochdeutsche der Handschrift 44 A 8 (Peter von Danzig). Die Grundlage dazu bildet die hier vorliegende Onlinefassung.
Bei der Vorbereitung für den Druck habe ich noch einmal alles gründlich durchgesehen und mit dieser Onlineversion verglichen. Tatsächlich habe ich noch etwa ein halbes Dutzend kleinerer Fehler in der Transkription gefunden, zahlreiche Tipp- Komma- oder Satzbaufehler in der Übersetzung bereinigt und überhaupt noch einmal diverse Passagen neu übersetzt.
Natürlich habe ich mir auch deutlich mehr typographische Feinheiten erlauben können (insbesondere, was den Einsatz von Sonderzeichen betrifft). Damit entspricht die Transkription weitestgehend der Vorlage – mit all ihren Abkürzungen und diakritischen Zeichen.
Die Onlineversion (die erst zu einem späteren Zeitpunkt angepaßt werden kann) ist damit zwar nicht grundsätzlich überholt, aber durchaus nicht so akkurat wie die Druckversion.
Weitere Informationen zum Buch bei den Publikationen oder in der Literaturliste.

Dierk Hagedorn, September 2008

Anmerkungen

Dieses ist die Transkription nebst Übersetzung einer frühneuhochdeutschen Handschrift aus dem Jahre 1452, die gemeinhin Peter von Danzig zugeschrieben wird. Das Original befindet sich unter der Bezeichnung Cod. 44 A 8 [Cod. 1449] in der Biblioteca dell’Accademia Nazionale dei Lincei e Corsiniana, Rom.

Zur Transkription

Die Transkription orientiert sich so getreu wie möglich am Original. Der Buchstabe »v« wird nicht in »u« oder »v« aufgelöst. Abbreviaturen, Verdoppelungs- oder andere Sonderzeichen oberhalb eines Buchstabens bleiben (im Rahmen der eingeschränkten typographischen Möglichkeiten des Internets) weitgehend erhalten.

Das Manuskript kennt zahlreiche Ligaturen, die im modernen Schriftsatz nicht mehr üblich sind. Diese Ligaturen werden in ihre einzelnen Buchstaben aufgelöst. In der Handschrift taucht häufig eine Ligatur auf, die sowohl ein »tz« als auch ein»cz« sein könnte. Bisweilen ist nur anhand eines lediglich minimal über das »z« nach oben weisenden Striches eine eindeutige Zuordnung möglich. In der vorliegenden Transkription wird einheitlich »tz« verwandt. In der Handschrift werden weiterhin mehrere unterschiedliche Formen des »s« benutzt. Die entsprechenden Ligaturen sind ebenfalls aufgelöst, auch die Buchstabenverbindung von langem und rundem »s« am Wortende. Erhalten bleibt lediglich eine »sz«-Ligatur, die durch »ß« wiedergegeben wird.

Die Groß- und Kleinschreibung ist, gemessen an modernen Standards, recht willkürlich. Gelegentlich wird mitten im Satz unvermittelt ein Wort durch ein Versal hervorgehoben, gerne beim Wort »Indes«. In vielen Fällen ist der Unterschied zwichen Majuskel und Minuskel so gering, daß nur geraten werden konnte, was ursprünglich gemeint war, zumal gerne in den ersten Zeilen auf einer Seite etwas großzügiger mit Großbuchstaben umgegangen wurde als im folgenden Textblock.

Gedankliche Einheiten oder Hervorhebungen werden innerhalb eines Textabschnitts im Manuskript üblicherweise mit einem roten Strich markiert, der senkrecht durch den ersten Buchstaben verläuft. Ein entsprechender Strich findet sich in der Transkription vor dem Buchstaben.

Zur Übersetzung

Für einen direkten Vergleich ist der Transkription die Übersetzung gegenübergestellt. Ich habe mich bemüht, die frühneuhochdeutsche Vorlage in eine verständliche moderne Sprache zu übertragen, ohne dem Originaltext allzuviel Gewalt anzutun. Gleichwohl habe ich einige Bandwurmsätze in leichter verdauliche kürzere Sätze aufgeteilt und überhaupt eine Interpunktion verwendet, die es im Originaltext nicht gibt.

Weiterhin habe ich auf die beständige Wiederholung der Aufforderung »Merck« und des gelegentlichen Aufzählungswortes »item« verzichtet, da dem Text dadurch kein Nachteil entsteht, er aber etwas flüssiger lesbar wird. Ebenso entfällt der Begriff »Glosa«, mit dem im Original nahezu jeder Anfang eines Kommentars zu Liechtenauers Lehren eingeleitet wird.

Mir allzu zäh erscheinende Redundanzen in Haupt- und Nebensätzen habe ich etwas gestrafft und mehrfach auftretende Subjekte oder Objekte zusammengezogen und nur einmal genannt. Außerdem habe ich viele der weitschweifigeren Überschriften eingekürzt.

Insbesondere die Übertragung der (rot wiedergegebenen) Textpassagen von Liechtenauers Lehren, der sogenannten Merkverse, war nicht unproblematisch und erfordert gewiß eine erneute und sorgfältige Prüfung. Diese Merkverse sind bisweilen äußerst kryptisch und – ihrer Natur nach – solcherart verschlüsselt, daß sie sich gegen eine präzise Übersetzung bisweilen sträubten.

Die Paginierung orientiert sich so genau wie möglich an derjenigen des Manuskripts. Zu leichten Abweichungen kommt es nur bei solchen Textabschnitten, in denen ein Satz über einen Seitenwechsel hinweggeht.

Was die Eigennamen der im Text erwähnten Techniken, Prinzipien oder Bewegungsabläufe betrifft, habe ich ihnen eine moderne Orthographie zukommen lassen. Dennoch kommt es zu der einen oder anderen Uneinheitlichkeit. Der frühneuhochdeutsche Ausdruck »haw« etwa würde heutzutage »Hieb« heißen. Sobald im Text von einem »haw« gesprochen wird, habe ich also mit »Hieb« übersetzt. Den Eigennamen »Zornhau«, »Twerhau« oder »Oberhau« habe ich hingegen ihre Eigenständigkeit gelassen und sie nicht in einen »Zornhieb«, »Querhieb« oder »Oberhieb« verwandelt.

Besonders fragwürdige oder riskant übersetzte Passagen stehen in eckigen Klammern, mir unklare Stellen sind mit einem eingeklammerten Fragezeichen gekennzeichnet.

Dierk Hagedorn, Juni 2006

Johannes Liechtenauer
Einleitung

Johannes Liechtenauer
Langes Schwert

Johannes Liechtenauer
Roßfechten

Johannes Liechtenauer
Zweikampf

Andre Lignitzer
Halbschwert

Andre Lignitzer
Buckler

Andre Lignitzer
Ringen

Andre Lignitzer
Dolch

Martin Huntfelt
Halbschwert

Martin Huntfelt
Unterhalten und Aufstehen

Martin Huntfelt
Dolch

Martin Huntfelt
Roßfechten

Meister Ott
Ringen

Peter von Danzig
Zweikampf