Anmerkungen
Über die Handschrift und diese Transkription
Das Manuskript „Fecht-, Ring- und Turnierbuch
- Mscr.Dresd.C.93/94“ wird
in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek
Dresden aufbewahrt. Es handelt sich bei dem Gesamtwerk um zwei Bände. Eine
Wiedergabe des ersten Bandes Mscr.Dresd. C 93 in Farbe ist online
verfügbar.
Der zweite ist 2010 noch nicht im Netz.
Der Auftraggeber dieses Fechtbuches
ist Paulus Hector Mair (f. 2r „mu°he
vnnd arbait • so ich au°f dises werckh gelegt • der vncost gar
nicht betau°ren...“), der auch verantwortlich für die Auswahl
der gezeigten Stücke zeichnet (f. 2r „als ich dises Eernnwerckh zu°samen
geordnet...“). Von ihm stammt die ausführliche Vorrede, die er, wie
er selbst schreibt gegen seinen Willen, aus der Einsicht heraus verfasste, dass
die jungen Leute von damals die Kunst des Fechtens „au°ß vnwissender
frechen fau°len leichtu°ertigkait • mit verachtlichen schmachworten
besudlen vnnd belegen“(f. 2r). Das Fechtbuch datiert um die Mitte des 16.
Jh. (nach 1542). Siehe hierzu auch „Katalog der deutschsprachigen illustrierten
Handschriften des Mittelalters“, bearbeitet von Rainer Leng, S. 97 ff („Bd.
2 196r Wie aber die bemellte Sannct Leonharts Kirch Anno 1542 von dem Rathe zu
Augspurg abgebrochen“). Zu dieser Zeit war Paulus Hector Mair „Ratsdiener
zu° Au°gspu°rg“ (f. 16r).
Zwei weitere Manuskripte von Mairs Werk sind bekannt. Die ausschließlich
lateinische Handschrift (BSB Cod.icon. 393 (1/2)) wird in der Bayerischen Staatsbibliothek
in München aufbewahrt (Farbwiedergabe und englische Übersetzung sind
ebenfalls online zu finden). Eine lateinisch-deutsche Ausgabe (Codex Vindobensis
10825/26) befindet sich in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien
(Schwarz-weiß-Wiedergabe
bei Arma.).
Der deutsche Text des Wiener Exemplares unterscheidet sich von dem Manuskript
aus Dresden nur in einigen Schreibweisen und der Tatsache, dass Satzzeichen häufiger
sind.
Der erste Band des Manuskripts
umfasst „Vorred“ (f. 2r-16r), „Register“ und
allgemeine Einleitung (f. 16v-19v), Lannge schweert“ (f. 20r-113r), „Du°seggen“ (f.
114r-180v), „Stenglin“ (f. 181r-191v Achtung in der online-Ausgabe
ist die Reihenfolge nicht gewahrt), „lange~ Spieß“ (f. 192r-199v), „Helle~parten“ (f.
200r-211v), „Seges [Sense f. 214r-217v] Trischel [Dreschflegel f. 218r-222v]
Bau°rnstangen [223r-226v], vnd wor wider wor [unterschiedliche Waffen gegeneinander
f. 227r-232v]“ (f. 212r-232v) sowie ganz am Ende die Sichel.
Die Sichelstücke befinden sich auf Folio 233r bis 242v (Pdf-Seiten 469-488).
Nach der Kapitelüberschrift folgt ein Register der 16 Stücke („stend“ f.
233r). Ihnen ist jeweils eine Seite gewidmet mit Überschrift, farbiger Abbildung
im Sinne einer Momentaufnahme während der Durchführung der Technik
und erklärendem Text. Der Text umfasst eine Evolution aus Eingangstechnik
mit darauf folgenden Gegentechniken für beide Seiten.
Die Foliierung, d.h. die Durchnummerierung
der Blätter, ist mit Bleistift
jeweils in der rechten oberen Ecke der Blattvorderseite angegeben. Zur besseren Übersichtlichkeit
wurden hier die Seitenzahlen des Scans in eckigen Klammern dahinter gestellt.
Die Bilder der Sichelstücke sind zusätzlich in der rechten oberen Ecke
mit den Zahlen 1-16 durchnummeriert. Diese korrespondieren mit der Nummerierung
der Stücke im Register. Eine hilfreiche Maßnahme, da nicht in allen
Fällen die Namensgebung im Register mit den Überschriften der Stücke übereinstimmt.
Die Überschriften sowie jeweils ein Teil der ersten Zeile des erklärenden
Textes sind in der Handschrift größer wiedergegeben. In der Transkription
sind diese Stellen fett hervorgehoben. Bei der Schriftart handelt es sich um
eine sehr gut lesbare Fraktur, die in den Überschriften einer Textura, im
Text einer Cursiva nahekommt. Das ganze Manuskript scheint von einer einzigen
Hand geschrieben zu sein. Anhand von Auffälligkeiten bei der Rechtschreibung
kann spekuliert werden, dass der Abschnitt über die Sichel mehr als einen
Tag Schreibarbeit bedeutete, wahrscheinlich sind drei Arbeitsabschnitte zu unterscheiden.
Satzzeichen sind nur sehr spärlich vorhanden und dann auch eher willkürlich
gesetzt. Es handelt sich dabei um Punkte auf mittlerer Höhe der Buchstaben
(•), die in dieser Form auch übernommen wurden. Sie treten ab und zu
an den Stellen auf, wo sie Abschnitte im Text markieren würden (z.B. an
Stellen, die auch heute mit Satzzeichen versehen wären). Die Markierung
von Abschnitten geschieht überdies teilweise, aber auch nicht immer, durch
einen Großbuchstaben am Anfang des nächsten Wortes. Insgesamt betrachtet
erscheint die Groß- und Kleinschreibung ebenfalls eher willkürlich.
Ihre Übernahme ist teilweise interpretiert, da mit Versalien, Majuskeln
und Minuskeln (und das alles noch in unterschiedlichen Größen und
Ausschmückungsformen) mehr Abstufungen als heute genutzt, vorhanden sind.
Auch die Trennung der einzelnen Wörter voneinander ist nicht immer eindeutig
und unterliegt damit auch einer Interpretation während der Transkribierung.
Verwendete Ligaturen wie tz wurden aufgelöst in einzelne Buchstaben, mit
Ausnahme von sz, das als ß transkribiert wurde. Die Buchstaben u und v
am Wortanfang wurden nicht unterschieden. Diakritische Zeichen wurden soweit
es geht übernommen. Dazu zählen u°, w° und ÿ, aber auch
~ für Buchstabenauslassungen am Wortende.
Viel Freude beim Arbeiten mit
diesem Manuskript und dieser außergewöhnlichen
Waffe!
Julia Gräf und Ingo Petri, September 2010
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Vorrede [JG]
Register [JG & IP]
Ermahnung
Bloßfechten
Liechtenauers
Kunst des langen Schwerts
Dussack [JG]
Dussack
Stange
Spieß [JG]
Hellebarde [JG]
Sense [JG & IP]
Dreschflegel [JG & IP]
Bauernstange [JG & IP]
Ungleiche
Waffen [JG & IP]
Sichel [JG & IP]
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